Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Parkinson?

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Die Sterblichkeit bei einer Parkinson-Erkrankung war vor Einführung der L-DOPA-Behandlung dreimal so hoch wie die in vergleichbaren Altersgruppen. Durch die mittlerweile viel effizientere Behandlung von Parkinson hat sich die Situation für die Erkrankten deutlich verbessert. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Patienten liegt aktuell mit etwa 70 Jahren sehr hoch und kommt der normalen Lebenserwartung relativ nahe. Eine achtjährige Studie, die sich mit der Untersuchung der Lebenserwartung von Parkinson-Patienten beschäftigte und deren Ergebnisse im Jahr 2004 veröffentlicht wurden, kommt zu dem Schluss, dass die Sterblichkeit bei idiopathischem Morbus Parkinson um den Faktor 1,35 erhöht ist. Das bedeutet, dass auf einen Zeitraum von acht Jahren im Durchschnitt 6,5 Monate Lebenszeit verloren gehen. Für die gesamte Untersuchungsgruppe ergab sich eine erhöhte Sterblichkeit um den Faktor 1,54. Bemerkenswert ist, dass die Sterblichkeit jüngerer Patienten laut Studie deutlich höher liegt als die Älterer. Insgesamt liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Diagnosestellung im Durchschnittsalter zwischen 55 und 65 Jahren bei 13 bis 14 Jahren, früher waren es nur neun bis zehn.

Die häufigsten Todesursachen bei Menschen, die an Morbus Parkinson erkrankt sind, sind die gleichen wie bei der übrigen Bevölkerung im korrespondierenden Alter. Es handelt sich dabei um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Schlaganfälle. Sonst sind sie weniger anfällig für bestimmte Krebsarten und Lebererkrankungen. Außerdem ist Bluthochdruck etwas unwahrscheinlicher. Unklar ist, warum dies der Fall ist. Dagegen ist das Risiko für eine Lungenentzündung erhöht. Sie gehört ebenfalls, vor allem im mittlerweile extrem selten auftretenden Endstadium der Krankheit, zu den häufigen Todesursachen bei Morbus Parkinson. Das erhöhte Risiko erklärt sich durch die Einschränkung der Beweglichkeit, die daraus resultierende mangelnde Aktivität und das vermehrte Verschlucken von Nahrungsbestandteilen bei Schluckbeschwerden, die in die Luftröhre und damit die Lunge eingesaugt werden. Weitere häufiger auftretende Entwicklungen sind Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, gutartige Schilddrüsentumore, der grüne Star und der graue Star. Frühere Befürchtungen, dass die L-DOPA-Behandlung zu einem erhöhten Risiko für bösartige Tumore der Haut und Schleimhäute führt, haben sich hingegen nicht bestätigt.

Geschrieben von Oliver Schmid

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